Dr. Manfred Döss
Recht und Compliance
Mitglied des Vorstands

Hans Dieter Pötsch
Vorsitzender des Vorstands und Finanzvorstand

Lutz Meschke
Beteiligungsmanagement
Mitglied des Vorstands

Brief an die Aktionäre

Sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre,

das Geschäftsjahr 2020 war auch für die Porsche SE herausfordernd. Die Covid-19-Pandemie führte zu einer tiefen Zäsur in nahezu allen großen Volkswirtschaften. Der Volkswagen Konzern und seine Marken haben seit März 2020 entschlossen auf die Pandemie reagiert und Maßnahmen ergriffen, um die Folgen bestmöglich abzumildern. In der zweiten Jahreshälfte stabilisierte sich dann mit sinkenden Infektionszahlen das Automobilgeschäft wieder, nicht zuletzt auf dem wichtigen chinesischen Markt. Diese erfreuliche Entwicklung führte in der Konsequenz dazu, dass die Porsche SE für das Geschäftsjahr 2020 ein positives Konzernergebnis nach Steuern von rund 2,6 Mrd. Euro ausweisen kann – trotz der insgesamt anhaltend schwierigen Rahmenbedingungen.

Maßgeblich beeinflusst ist dieses Ergebnis durch das at Equity-Ergebnis aus unserer Beteiligung an der Volkswagen AG von 2,7 Mrd. Euro, nach 4,4 Mrd. Euro im Vorjahr. Die Nettoliquidität des Porsche SE Konzerns lag zum 31.12.2020 bei 563 Mio. Euro. Ende 2019 hatte sie 553 Mio. Euro betragen.

Unabhängig von der Covid-19-Pandemie befindet sich die Automobilbranche in einem fundamentalen Wandel, der sich im zurückliegenden Geschäftsjahr weiter beschleunigt hat. Vor diesem Hintergrund plant der Volkswagen Konzern, in den kommenden fünf Jahren rund 73 Mrd. Euro in Elektromobilität, Hybridisierung und Digitalisierung zu investieren und treibt damit die Transformation zu einem Technologiekonzern voran. Wir in der Porsche SE unterstützen diese Strategie und versprechen uns mittel- bis langfristig eine Wertsteigerung des Volkswagen Konzerns an der Börse.

Unsere Tochtergesellschaft PTV AG treibt ihre strategische Weiterentwicklung konsequent voran. Mit der Modernisierung des Produktportfolios und cloudbasierten Lösungen eröffnen sich vielversprechende Wachstumsperspektiven im Zuge der beschleunigten Digitalisierung der Mobilität. Obwohl der Umsatz im Geschäftsjahr 2020 pandemiebedingt gesunken ist, konnte ein positives operatives Ergebnis auf Vorjahresniveau erreicht werden. Dies zeigt, dass die vom Vorstand eingeleiteten, nachhaltigen Maßnahmen zur Verbesserung der Rentabilität Wirkung zeigen.

Eine erfreuliche Entwicklung zeigt sich auch bei unseren Venture-Beteiligungen. So haben die beiden US-Unternehmen AEVA und Markforged Börsengänge zum Ende des 1. bzw. im 3. Quartal 2021 angekündigt. Im August 2020 hat sich die Porsche SE an dem israelischen Softwareunternehmen Aurora Labs beteiligt. Dessen Technologie ermöglicht effiziente und sichere Softwareaktualisierungen im Fahrzeug über eine Funkschnittstelle, was in erheblichem Umfang Zeit, Datenvolumen und Kosten sparen soll.

Auf der juristischen Seite gab es im Geschäftsjahr 2020 wenig Bewegung. Ein Großteil der geplanten Verhandlungstermine fand wegen der Covid-19-Pandemie nicht statt. Infolge einer Entscheidung des Bundesgerichtshofs hat das Oberlandesgericht Stuttgart im Oktober 2020 einen Musterkläger für ein Verfahren nach dem Kapitalanlegermusterverfahrensgesetz (KapMuG) bestimmt. Wir sind davon überzeugt, dass die gegen die Porsche SE erhobenen Klagen unbegründet und teilweise auch unzulässig sind.

Für das Geschäftsjahr 2021 erwarten wir eine Belebung wichtiger Automobilmärkte, sofern es gelingt, die Covid-19-Pandemie nachhaltig einzudämmen. Auf dieser Grundlage rechnet die Porsche SE mit einem positiven Konzernergebnis nach Steuern zwischen 2,6 Mrd. Euro und 4,1 Mrd. Euro. Dieses ist im Wesentlichen durch die Ergebnisentwicklung im Volkswagen Konzern geprägt. Die Nettoliquidität im Porsche SE Konzern wird sich zum 31. Dezember 2021 ohne Berücksichtigung künftiger Investitionen voraussichtlich zwischen 0,4 Mrd. Euro und 0,9 Mrd. Euro bewegen.

Vorstand und Aufsichtsrat schlagen für das zurückliegende Geschäftsjahr 2020 eine Dividende an die Vorzugsaktionäre von 2,21 Euro je Aktie und an die Stammaktionäre von 2,204 Euro je Aktie vor. Daraus ergibt sich eine Ausschüttungssumme von rund 676 Mio. Euro, die der Summe des Vorjahres entspricht.

Eine weitere erfreuliche Nachricht für unsere Aktionäre ist die Aufnahme der Porsche SE in den MDAX, die die Deutsche Börse Anfang März 2021 bekannt gegeben hat. Die Indexaufnahme könnte zu einer steigenden Liquidität in unserer Aktie führen, bedingt etwa durch verstärkte Nachfrage indexorientierter Investoren und Fonds.

Wir sind mehr denn je davon überzeugt, dass die Volkswagen AG die Transformation der Automobilbranche erfolgreich mitgestalten und die Porsche SE davon profitieren wird. Auf diesem Weg setzen wir weiterhin auf Ihr Vertrauen und Ihre Unterstützung.

Hans Dieter Pötsch

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Mitglieder des Vorstands

Hans Dieter Pötsch

Vorsitzender des Vorstands
und Finanzvorstand

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Lebenslauf

28. März 1951
Geboren in Traun bei Linz/Österreich

1973 - 1979
Studium des Wirtschaftsingenieurwesens an der Technischen Hochschule, Darmstadt

1979 - 1987
BMW AG, München - zuletzt als Leiter des Konzerncontrolling

1987 - 1991
Geschäftsführer Finanzen und Verwaltung der Trumpf GmbH & Co. KG, Ditzingen

1991 - 1995
Vorsitzender des Vorstands der Traub AG, Reichenbach

1995 - 2002
Vorsitzender des Vorstands der Dürr AG, Stuttgart, zusätzlich verantwortlich für die Zentralfunktionen Qualität, Unternehmensplanung, interne Revision und Unternehmenskommunikation

2003 - 2015
Mitglied des Vorstands der Volkswagen AG, Wolfsburg, Geschäftsbereich 'Finanzen und Controlling'

Seit 2009
Mitglied des Vorstands der Porsche Automobil Holding SE, Stuttgart, Geschäftsbereich 'Finanzen'

Seit 2015
Vorsitzender des Aufsichtsrats der Volkswagen AG, Wolfsburg

Seit 2015
Vorsitzender des Vorstands der Porsche Automobil Holding SE, Stuttgart

Dr. Manfred Döss

Recht und Compliance
Mitglied des Vorstands

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Lebenslauf

20. Februar 1958
Geboren in Bad Kreuznach

1978 - 1984    
Studium der Rechtswissenschaften an der Universität Mainz

1984 - 1987
Referendarzeit

1987 - 1990
Assistent an der Johannes Gutenberg-Universität, Mainz

Mai 1990
Promotion zum Dr. jur.

1990 - 1996    
Mitarbeiter der Rechtsabteilung der mg technologies ag

1996 - 2004
Leiter der Rechtsabteilung der mg technologies ag (heute: GEA AG)

2005 - 2013
Leiter Recht/Organangelegenheiten Konzern der RWE AG

Seit Mai 2013
Leiter Recht und Generalbevollmächtigter der Porsche Automobil Holding SE, Stuttgart

Seit Januar 2016
Mitglied des Vorstands der Porsche Automobil Holding SE, Stuttgart
Geschäftsbereich ‚Recht und Compliance‘

Seit Januar 2016
Leiter Konzern Rechtswesen der Volkswagen AG, Wolfsburg

Lutz Meschke

Beteiligungsmanagement
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Lebenslauf

2. April 1966
Geboren in Hilden

1986 ­- 1991
Studium der Betriebswirtschaftslehre an der Universität Köln, Abschluss als Diplom-Kaufmann

1991 - 1992
Prüfungsassistent bei der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG, Düsseldorf

1992 - 1995
Prüfungsleiter bei der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG, Düsseldorf

1995 - Dezember 1998
Supervisor (Manager) bei der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG S.p.A., Mailand, Italien

1999 - 2001
Leiter Konzernkonsolidierung/-reporting bei Hugo Boss AG, Metzingen

2001 - Dezember 2003
Leiter Bilanzierung bei der Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG, Stuttgart

2004 - 2009
Leiter Controlling bei der Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG, Stuttgart

Seit November 2009    
Mitglied des Vorstands Finanzen und IT der Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG, Stuttgart

Seit Oktober 2015    
Stellv. Vorstandsvorsitzender und Vorstand Finanzen und IT der Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG, Stuttgart

Seit Juli 2020    
Mitglied des Vorstands der Porsche Automobil Holding SE, Stuttgart
Geschäftsbereich ‚Beteiligungsmanagement'